Promiskes Verhalten - Promiskuität

Promiskuität – Wenn ein Partner nicht ausreicht

In Zeiten von Facebook, Tinder und co. ist es leichter denn je, immer wieder neue interessante, attraktive Menschen kennenzulernen und dieses zu daten. Immer mehr Menschen nutzen diese und andere Plattformen ganz gezielt auf der Suche nach sexuellen Abenteuern und stehen auch ganz offen dazu, an keiner ernsthaften Beziehung interessiert zu sein.

Allerdings gilt dieses Verhalten noch immer als gesellschaftlich verpönt und solche Personen werden schnell als promisk bezeichnet. Doch was genau ist unter diesem Begriff eigentlich zu verstehen und wie erkenne ich, ob ich vielleicht selbst promisk bin? Ist es einfach nur das das Gefühl das ein Partner nicht ausreicht? Bei uns erfahren Sie alles Wichtige rund um das Thema promiskes Verhalten und warum nicht jeder, der häufig den Partner wechselt, automatisch promisk ist.

Moderne Lebensform oder krankhaftes Verhalten?

Macht man sich auf die Suche nach dem eigentlichen Ursprung des Wortes Promiskuität wird man im Lateinischen fündig. Sowohl das lateinische Wort „promiscuus“, das so viel wie „gemeinsam“ bedeutet als auch „promiscere“, auf Deutsch vorher mischen, haben dazu beigetragen, dass wir heutzutage Personen, die unterschiedliche sexuelle Kontakte pflegen als promisk bezeichnen. Laut wissenschaftlicher Definition zeichnet sich eine solche Person dadurch aus, dass sie weder Emotionen noch soziale Kriterien bei der Suche nach einem potentiellen Partner berücksichtigt und sich rein vom körperlichen Interesse leiten lässt. An erster Stelle steht schnelle und auch unkomplizierte Erfüllung der eigenen sexuellen, während gegenseitige Verliebtheit oder sogar nur Sympathie füreinander kaum bis keine Rolle spielen. Geht dieses Verhalten soweit, dass andere Bedürfnisse und Lebensbereiche wie zum Beispiel Freundschaften oder die Arbeit darunter leiden, kann es gefährlich werden.

Ein gesellschaftliche Tabuthema

Jeder von uns hat zumindest eine weibliche oder männliche Person im Freundeskreis, die häufig dated, sich scheinbar nie auf eine feste Beziehung einlassen möchte und auch dem ein oder anderen One-Night-Stand keinesfalls abgeneigt ist. Schnell kann es passieren, dass die eben beschriebene Person als promisk bezeichnet wird. Diese Begriff ist jedoch äußerst negativ behaftet. Doch nicht jede Person, die aktuell an keiner festen Beziehung interessiert ist und vielleicht mehrere verschiedene Geschlechtspartner hintereinander hat, ist automatisch promisk. Es kann zum Beispiel vorkommen, dass jemand aufgrund seiner aktuellen Lebenssituation keine feste Bindung möchte und sich stattdessen mit verschiedenen Personen vergnügt. Auch die Anzahl der Sexualpartner lässt keines Falls automatisch auf ein promiskes Verhalten schließen.

Eine klare Definition und auch Eingrenzung des Begriffs konnte aus diesen Gründen bis zum heutigen Zeitpunkt nicht erfolgen. Zudem spielen die gültigen Konventionen einer Gesellschaft sowie Traditionen eine wichtige Rolle, wenn es um darum geht, ob eine Person als promisk bezeichnet wird oder nicht.

Heiße Datingphase oder schlampiges Verhalten? Entscheiden Sie selbst

Betrachten wir folgendes Beispiel: Katharina führte über 8 Jahre eine sehr glückliche Beziehung mit Mario. Sie liebte ihn aufrichtig und war immer treu, bis es zwischen den beiden schließlich einfach nicht mehr passte und sie sich im Guten trennten. Nach einer kurzen Trauerphase ließ sich Katharina auf ein erstes Blinddate ein und landete mit diesem schließlich nach einigen Cocktails im Bett. Sie fing an wieder Gefallen daran zu finden, sich mit Männern zu verabreden. So passierte es, dass sie den ein oder anderen öfter traf und auch ein paar sexuelle Kontakte folgten. Auch wenn sie nicht an jedem dieser Männer ernsthaft interessiert war, half ihr diese Phase doch über das Beziehungsende mit Mario hinweg und nach ca. einem Jahr lernte sie einen Mann kennen, dem sie wieder eine ernsthafte Beziehung eingehen wollte. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte sie mit acht verschiedenen Männern geschlafen.
In ihrem Freundeskreis wurde dieses Verhalten von den meisten kritisiert und einige gingen sogar soweit, sich um Katharina ernsthafte Sorgen zu machen. Es wurde vermutet, dass sie vielleicht psychische Probleme hatte und aus diesem Grund promisk geworden ist. Spätestens nachdem Katharina ihren Freunden jedoch den neuen Mann an ihrer Seite vorgestellt hat, wurde den meisten klar, dass es sich einfach nur um eine Datingphase gehandelt hatte.

Ab wann gilt man als promisk?

Von Promiskuität könnte man eigentlich erst dann sprechen, wenn Katharina dieses Verhalten über Jahre hinweg aufrechterhält und keinerlei ernsthaftes da Interesse daran zeigt, einen Mann näher kennenzulernen bzw. eine feste Beziehung einzugehen. Beeinflusst dieses Handeln zu dem andere persönliche Beziehungen und leidet die Arbeit darunter, kann von einem promisken Verhalten gesprochen werden.

Zudem konnte mittlerweile anhand mehrerer psychologischer Untersuchungen festgestellt werden, dass folgende 5 Persönlichkeitsmerkmale Promiskuität begünstigen:

• Starke Extrovertierten
• ein geringes Pflichtgefühl
• hohes Konfliktpotenzial
• Neurotizismus
• und Offenheit

Auf der Suche nach Bestätigung

Ein weiterer psychologischer Faktor, der zu promisken Verhalten führt, kann in der Suche nach Bestätigung gefunden werden. Je unsicherer eine Person ist, umso mehr versucht sie diese Unsicherheit durch die Bestätigung anderer Menschen zu kompensieren. Schnelle und unkomplizierte Sexualabenteuer scheinen Abhilfe zu verschaffen und der unsicheren Person das Gefühl zu geben, begehrenswert und attraktiv zu sein. Da dieses Gefühl jedoch nicht von Dauer ist und es meist zu keiner echten emotionalen Bindung kommt, muss meist innerhalb kürzester Zeit ein neuer Sexualpartner gefunden werden, um das als angenehm empfundene Gefühl wiedererleben zu können. Es handelt sich hierbei also um einen Teufelskreis, der meist erst dann durchbrochen werden kann, wenn die promiskuitive Person bereit ist, an ihrem Selbstwertgefühl zu arbeiten und schließlich die gewünschte Bestätigung in sich selbst findet.

Fazit: Lieben und lieben lassen

Beschäftigt man sich mit dem Begriff der Promiskuität, so stellt man sehr schnell fest, dass bis heute keine eindeutige Definition für promiskuitives Verhalten gibt. Sowohl gesellschaftliche als auch persönliche Normen bieten hierbei zwar Anhaltspunkte, doch jeder Mensch hat seine individuelle Vorstellung von Sexualität und sollte diese auch dementsprechend ausleben können. Besonders wichtig bei sexuellen freien Lebensmodellen ist jedoch darauf zu achten, offene Worte zu finden und dafür zu sorgen, dass keine anderen Personen psychischen oder physischen Schaden erleiden.